Was machst du bloß mit mir (Musikvideo)

Song über gelebte Utopie, Einschränkungen durch Autoritäten und wie ich mit Kerstin das erste Mal schwimmen war

 

Aufgenommen in Deh Arab, einem kleinen Dorf im Iran, zu einer Zeit, in der selbst priviligierte Reisepassbesitzer sich offiziell nur noch sehr eingeschränkt fortbewegen dürfen. In einer Zeit, in der man sich wieder fragt, wer Menschen bzw. einigen Menschen Land, Wasser, Lebensmittel, Lebewesen ja nahezu die ganze Welt gegeben hat. Welche sie dann wiederum privatisieren, nur für einige ausgewählte Lebewesen zugänglich machen und so über eingeschlossene als auch ausgeschlossene Lebewesen herrschen.

 

Geschrieben nach einer totalen „Ausgangssperre“ in der GESA (Gefangenensammelstelle), noch vor der „Pandemie“.

 

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“ – schrieb eine bekannte Band. ;)

 

Ob vor, während oder nach der „Pandemie“ oder meines unfreiwilligen Aufenthalts in der GESA, so lange es Gefängnisse, Käfige, Grenzen und andere eingrenzende sowie ausgrenzende Dinge und Strukturen gibt, so lange besteht die Möglichkeit, dass auch du davon betroffen sein wirst, wenn die Zeit kommt. Ich versuche daher weiterhin so frei wie möglich zu leben, ohne andere (unnötigerweise) zu unterdrücken.

 

 

 

Songtext

„Was machst du bloß mit mir?“, fragte sie, als sie am Ende war

Alles begann in einem Wald, an einem Ort der utopisch aussah

Kaum kamen wir vom Schwimmen, hieß es schon die Hundertschaft wäre bald da

 

Ich sitzend auf einem Baum

Du hinter einem Zaun

Bald darauf haben uns Zellmauern getrennt

 

Weil vegane Lebensmittel ungekühlt total gefährlich sind,

Weil die Kochstelle nah am Haus, trotz Feuerlöscher für den Wald wohl zu gefährlich war,

Verunsicherte das Ordnungsamt den Eigentümer, doch der war nicht mal da

Nur der Pächter war da und der war gegen die Räumung

 

Aber als schließlich ein Hubschrauber über uns kreiste und Polizisten in den Wald einmarschierten,

Und Glasscheiben einschlugen, vor den Bäumen standen und wartend rauchten

War das dann wohl, war das dann wohl, war das dann wohl endlich sicherer

Ja, das war dann wohl, das war dann wohl, das war dann wohl gut und sicher

 

Na, nananana, nananana, nananana, nananana

Na, nananana, nananana, nananana, nananana, wir sind wohl allein dran schuld

 

„Was machst du bloß mit mir?“, fragte sie, als sie am Ende war

Dieser verrückte Anarchist hat sie wohl wieder völlig sprachlos gemacht

„Was machst du bloß mit mir?“, fragte sie, als ihr die Tränen kamen

Dann ein sehr langes Schweigen und ich merkte, wofür ich schuldig war

 

Doch diese Schuld die trag ich gerne und es tut mir auch gar nicht Leid

„Was machst du bloß mit mir?“ stand bald auf meinem Fuß

„Was machst du bloß mit mir?“ las ich auf meinem Fuß

 

Diese Schuld die trag ich gerne und es tut mir auch gar nicht Leid

„Was machst du bloß mit mir?“, dachte ich

„Was machst du bloß mit mir?“, schrieb nun ich

 

Schlossi

Seit Ende März 2019 ziehe ich mit Kerstin ohne Flugzeug durch die Welt. Auf dem Weg trampen, containern, couchsurfen, zelten sowie musizieren wir und halten Ausschau nach gelebten Utopien wie zum Beispiel Kollektiven und Ökodörfern. Meinen Song "Was machst du bloß mit mir" haben wir gemeinsam im Iran aufgenommen.
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